Brandsicher: Flachdachneubau mit Dampfsperre, PU-Dämmplatten und kaltselbstklebenden Bitumenbahnen

Die Werkshalle der Firma Kriener Kunststofferzeugnisse war 2016 komplett abgebrannt. Innerhalb von einem Jahr entstand eine neue Fabrikhalle mit Flachdach aus Trapezprofilblechen. Darauf verlegten die Dachdecker eine Dampfsperrfolie, PU-Dämmplatten und kaltselbstklebende Bitumenbahnen.

Die Maschinen- und Lagerhalle der Firma Kriener Kunststofferzeugnisse in Rietberg brannte im August 2016 komplett nieder. Heute, ein Jahr nach dem Brand, steht die neue Maschinenhalle mit einem Flachdach aus Stahltrapezprofilen. Der neue Dachaufbau sollte besonders brandsicher werden, dafür folgte man den Vorgaben der DIN 18234 zum Brandschutz großflächiger Dächer.

Dampfsperrfolie und Sickenfüller
Den Flachdachaufbau erstellten die Dachdecker der Firma Benteler, der Dachdeckerbetrieb hat seinen Sitz ebenfalls in Rietberg. Zunächst verlegten die Dachdecker um die Dachgully-Öffnungen und Lichtbänder Sickenfüller aus Steinwolle. So konnten die Durchdringungen geschlossen werden, um im Brandfall eine Weiterleitung des Feuers über das Dach zu verhindern. Zu diesem Zweck platzierten die Dachdecker zusätzlich an einzelnen Stellen weitere Sickenfüller. Als nächstes verlegten sie eine dreilagige Dampfsperrfolie ("Alujet Topjet"), die die Fugen der Dämmung vor Feuchtigkeit schützen und für eine luftdichte Ebene sorgen soll. Die äußeren Schichten der Dampfsperre sind normal entflammbar, die innere Schicht ist wasserdampfdicht. Damit erfüllt die Dampfsperre die Vorgaben der DIN 18234, nach der Dampfsperren mindestens normal entflammbar sein müssen.

Alukaschierte Dämmplatten
Anschließend verlegten die Dachdecker auf dem Flachdach aluminiumkaschierte "LINITHERM PAL FD"-Dämmplatten von Linzmeier. Die PU-Dämmplatten sind normal entflammbar. "Wir haben diese Dämmplatten benutzt, weil sie formstabiler als Steinwolldämmplatten sind, sich leichter tragen lassen und beim Betreten des Daches nicht nachgeben", sagt Dachdeckermeister Hans-Peter Benteler. Jede Dämmplatte ist mit sechs Schrauben und Haltetellern im Dach verschraubt und im Rand- und Eckbereich zusätzlich mechanisch fixiert, um die Windsogsicherheit zu erfüllen. Auf dem Dach wird später eine Solaranlage aufgestellt, dafür war es besonders wichtig, dass ein Dämmstoff mit hoher Druckfestigkeit eingesetzt wurde. Vor allem, wenn das Dach zur Wartung der Solaranlage später einmal betreten wird.

Für die Kabel der Solaranlage erstellten die Handwerker zwei Durchdringungen in der Dämm- und Abdichtungsschicht. Zur Entwässerung des Daches bauten die Dachdecker "SitaStandard"-Dachgullys ein.

Keine vollflächige Verklebung auf Aluminium
Die Dachdecker teilten sich die Arbeit auf: Während sie auf der einen Hälfte des Daches Dämmplatten zurechtschnitten und verlegten, arbeiteten sie auf der anderen Dachhälfte schon an der nächsten Schicht. Dort verlegten sie die kaltselbstklebende Bitumenbahn "SAS DeboTack Aero" von Deboer auf den Dämmplatten. Unter den Bahnen ist eine Klebeschicht, abgedeckt mit einer Schutzfolie. Allerdings ist nicht die komplette Unterseite der Bahn selbstklebend. Der Grund ist, dass die Bahnen auf aluminiumkaschierten Dämmplatten nicht vollflächig verklebt werden dürfen. Würde man sie vollflächig verkleben, könnte es später bei starker Sonneneinstrahlung zu Blasen auf der Bitumenbahn kommen. Ein Teil der Unterseite der Bahn besteht daher aus Luftkanälen.

Verlegen der selbstklebenden Bitumenbahnen
So gingen die Dachdecker beim Verlegen der "SAS DeboTack Aero" vor: Zuerst rollten sie die Bitumenbahnen über den Dämmplatten aus, dann klappten sie sie seitlich um. Die Hälfte der Schutzfolie unter der Bahn zogen sie ab und verklebten die Bahn überlappend auf der bereits liegenden Bahn daneben. Dann zogen die Dachdecker die restliche Schutzfolie ab und klebten die Bahn teilflächig fest. An den kurzen Enden verschweißten sie die Bitumenbahnen zusätzlich mit einem kleinen Handbrenner, um für mehr Halt zu sorgen. Der Rand- und Eckbereich wurde mit einer Lage selbstklebender "DeboTack"-Dachbahnen ausgeführt und vollflächig mit dem Untergrund verklebt.

Zehn Jahre Garantie auf die Funktion der Bahnen
In der Mittagshitze auf dem Flachdach wurde die obere Bitumenschicht etwas weich. Je wärmer die kaltselbstklebende Bitumenbahn wird, desto besser klebt sie. Eine Temperatur von 10 °C ist aber mindestens nötig, um diese Bitumenbahn zu verkleben. Seit etwa zwölf Jahren verwendet Dachdeckermeister Hans-Peter Benteler die Bahnen von Deboer. Einer der Gründe für ihn ist, dass der belgische Hersteller zehn Jahre Garantie auf die Funktion der Bahnen gibt. Die Dachbahnen von Deboer haben keine Füllstoffe, damit das Bitumen eine hohe Klebekraft erreicht.

Auf der "SAS Debotack" verlegten die Dachdecker abschließend eine Oberlastbahn, die "DeboVix Firecare" mit einer anthrazitfarbenen Schieferbesplittung. In der Bahn ist ein additives Flammschutzmittel eingemischt. Diese Bahn "aktivierten" die Dachdecker vollflächig mit einem Brenner.

Fazit: Erweiterung problemlos möglich
"Der Vorteil des Systems aus Dampfbremsfolie, Dämmung und Bitumenbahnen ist, dass alles zusammen einen geprüften Aufbau ergibt", sagt Dachdeckermeister Hans-Peter Benteler. Mit dem Dachaufbau folgte man den Vorgaben der Norm DIN 18234, was bei einem Flachdach dieser Größe nicht zwingend nötig gewesen wäre. Dadurch ist aber eine Erweiterung des Daches ohne weitere Brandschutzmaßnahmen möglich. Nur die "SitaStandard"-Gullys müssten bei einer Erweiterung durch "SitaFiresafe"-Brandschutzkästen ersetzt werden.

Text und Fotos: Stephan Thomas, Redaktion der Zeitschriften dach+holzbau und bauhandwerk

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Weitere Informationen zu den verwendeten Produkten:
Flachdachdämmung LINITHERM PAL FD





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