Energieoptimierung rechnet sich teilweise schon nach 5-6 Jahren

Und sie lohnt sich doch!

Es gibt momentan eine Fülle von Argumenten, mit denen Gegner von Dämmmaßnahmen deren mangelnde Rentabilität begründen. Aber ganz abgesehen von Klimaschutz und Wohnkomfort, die auch wichtige Argumente sind, erweist sich eine Energieoptimierung durch Dämmen unter den richtigen Rahmenbedingungen als lukrative Investition.

Seit die große Koalition die steuerliche Absetzbarkeit von Energieoptimierungen bis auf Weiteres gestoppt hat, ist die Diskussion um die Rentabilität von Dämmmaßnahmen aufs Neue entbrannt. Dies ist insofern nachvollziehbar, als auch die Energiepreise momentan niedrig sind, was die Rahmenbedingungen für eine energetische Sanierung nicht gerade günstiger macht – bei oberflächlicher Betrachtung: Analysten der DZ Bank gehen nämlich davon aus, dass der Heizölpreis – und damit auch die an den Heizölpreis gekoppelten Energiepreise – bereits um die Jahreswende wieder steigen werden.

„Ohnehinkosten“ machen Dämmung rentabel
Alfred Körblein vom Umweltinstitut München hält Dämmrechnungen auf der Basis eines dauerhaft niedrigen Heizölpreises generell für unseriös: „Bei langfristigen Investments muss man sich an langfristigen Trends orientieren. Der Ölpreis unterliegt großen Schwankungen, man muss schon vom Mittelwert der letzten zwanzig Jahre ausgehen. Das wäre eine Steigerung von vier Prozent im Jahr.“1 Ein weiteres Argument der Befürworter ist der historische Tiefstand der Zinsen, durch den auch die Kosten für eine kreditfinanzierte Energieoptimierung sinken.

Zudem kann sich, wenn ohnehin eine technische Sanierung ansteht, die Rentabilitätsrechnung für die Energieoptimierung dramatisch verschieben. In diesem Fall kann es nämlich sein, dass der Mehrpreis für die Zusatzdämmung die „Ohnehinkosten“ – hier ohne den Betrag für die von der EnEV vorgeschriebene Dämmung – nur um einen relativ geringen Betrag übersteigt.

Letzteres lässt sich gut am realen Objekt demonstrieren. Dabei handelt es sich um ein Wohnhaus in Winterstettenstadt, bei dem ohnehin eine Komplettsanierung der in die Jahre gekommenen Dacheindeckung anstand. Hier hat der beauftragte Handwerker die „Ohnehinkosten“ anhand des konkreten Projekts durchgerechnet. Bei pauschalen Berechnungen werden sie dagegen in der Regel deutlich zu niedrig angesetzt. Die Dachfläche des Wohnhauses ist rund 245 m², die Dämmfläche rund 185 m² groß.

In der Berechnung des Handwerkers schlagen die Dacheindeckung, das Gerüst und die Personalkosten (inklusive der Dachabdeckung) bereits mit 25.614,79 Euro zu Buche. Das entspricht einem Preis von 104,57 Euro pro m² Dachfläche. Bei den Heizkosten gibt es durch diese rein hypothetische, weil nicht EnEV-konforme Maßnahme keine Ersparnis: Beim Wohnhaus in Winterstettenstadt liegen die bauteilbezogenen Heizkosten ohne Dämmung bei 1.702,89 Euro im Jahr. Dieser bauteilbezogene Wert entspricht in allen Rechenbeispielen dem finanziellen Gegenwert der Energie, die in einem Jahr durch das Dach verloren geht. Er variiert also mit den Öl- und Energiepreisen.
Entscheidet sich der Bauherr für eine Dämmung, kommen Mehrkosten, aber auch Heizkosteneinsparungen auf ihn zu. Dies sei hier beispielhaft an drei Varianten durchgespielt, die auf der Basis der momentanen Energiepreise durchgerechnet wurden.

1.) EnEV-konforme Zwischensparrendämmung
Zum Einsatz kommt bei dieser Variante eine Mineralfaserdämmung der WLS 035 in einer Stärke von 200 mm zwischen den Sparren. Durch die Dämmmaßnahme erreicht das Dach den von der EnEV vorgeschriebenen U-Wert von 0,24 W/(m²K). Der Aufpreis für Dämmmaterial, Sparrenaufdoppelung, Unterdeckbahn etc. liegt bei 8.573,25 Euro, wobei die Personalkosten (Aufdoppelung, Verlegen der Dämmung etc.) in allen hier besprochenen Varianten je nach Region und Fachbetrieb variieren können. Unter dem Strich kostet die Sanierungsmaßnahme den Bauherrn in dieser Variante 34.188,04 Euro. Das entspricht einem Preis von 139,57 Euro pro m² Dachfläche.
Diesen Mehrkosten stehen nun allerdings Einsparungen bei den Heizkosten gegenüber. Die liegen nach der Dämmmaßnahme in Winterstettenstadt bauteilbezogen bei 7,80 Euro/m², die bauteilbezogenen Heizkosten sinken damit auf 257,04 Euro im Jahr. Mit der jährlichen Gesamtersparnis von 1.445,85 Euro hätte sich der Aufpreis für die Dämmaßnahme rechnerisch nach rund sechs Jahren amortisiert.

2.) Aufsparrendämmung mit effizientem PUR/PIR
Bei Variante zwei entscheidet sich der Bauherr für eine effizientere PUR/PIR-Aufsparrendämmung der WLS 023 in 100 mm Stärke. Trotz der geringen Dämmdicke erreicht sein Dach einen optimalen U-Wert von 0,20 W/(m²K). Kosten und Daten in der Beispielrechnung beziehen sich auf eine Dämmung mit LINITHERM PAL Polymer von Linzmeier. Der Aufpreis steigt bei dieser Variante auf 9.296,16 Euro (inkl. Montage). Damit liegen die Sanierungskosten nun bei 34.910,95 Euro, was einem Quadratmeterpreis von 142,52 Euro entspricht.
Gleichzeitig sinken mit dem besseren U-Wert die bauteilbezogenen Heizkosten im Vergleich zur ungedämmten Dachvariante um 8,03 Euro/m². Dies entspricht bauteilbezogenen Heizkosten von 214,20 Euro, also einer Einsparung von 1.488,69 Euro im Jahr. Somit hätten sich die Kosten für die Zusatzdämmung bei dieser Variante nach rund sechseinviertel Jahren amortisiert.
Nach dieser Zeit spart der Bauherr bei allen Varianten natürlich weiterhin an Heizkosten, kann bei Variante zwei also 1.488,69 Euro im Jahr auf der Habenseite verbuchen – eine Rendite, von der man selbst in besseren Zeiten nur träumen kann. Dieser Effekt verstärkt sich noch, wenn die Energiepreise in den nächsten Jahren wieder ansteigen sollten.

3.) PUR/PIR-Dämmung mit KfW-Förderung
Noch etwas attraktiver wird die Kostenrechnung, wenn der Bauherr dank einer größeren Dämmstärke einen KfW-Zuschuss beantragen kann. Die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) gewährt bei der Dachsanierung eine Fördersumme von 10 Prozent der Gesamtkosten, wenn der U-Wert des Dachs durch die Sanierung auf maximal 0,14/W/(m²K) gesenkt wird. Die Obergrenze der Fördersumme, die nicht zurückgezahlt werden muss, liegt bei maximal 5.000 Euro pro Wohneinheit.
In Winterstettenstadt sieht diese Rechnung mit LINITHERM PAL Polymer in einer Stärke von 160 mm folgendermaßen aus: Die Gesamtkosten für die Dachsanierung steigen bei einem U-Wert von 0,13 W/(m²K) im Vergleich zur ungedämmten Variante um 11.744,05 Euro auf 37.358,84 Euro. Zusammen mit dem Honorar für den Energieberater (250 Euro) muss der Bauherr theoretisch also 37.608,84 Euro für die Sanierung inklusive Energieoptimierung bezahlen.
Zu dieser Summe schießt die KfW allerdings 3.735,88 Euro an Fördergeldern zu. Unter dem Strich kostet das energieoptimierte Dach also 33.872,96 Euro, ist also mit einem Quadratmeterpreis von 138,29 Euro sogar günstiger als Variante eins und zwei.

Bei bauteilbezogenen Heizkosten von 8,44 Euro pro Quadratmeter fallen in Winterstettenstadt für den Energieverlust über das Dach nur noch Kosten in Höhe von 139,23 Euro an. Die Heizkostenersparnis im Vergleich zur ungedämmten Variante vergrößert sich auf jährlich 1.563,66 Euro, die Amortisationszeit für das Dämmpaket schrumpft auf etwa fünfeinviertel Jahre.
Nach dieser Zeit hat der Bauherr jedes Jahr runde 1.550 Euro mehr in der Tasche – ein Betrag, der mit der Energiepreisentwicklung durchaus noch steigen kann.

In den meisten Fällen lohnt sich das Dämmen
Alfred Körblein, der am Umweltinstitut München ein Programm entwickelt hat, mit dem Hausbesitzer die Rentabilität einer energetischen Sanierungsmaßnahme ausrechnen können, rät denn auch in den meisten Fällen zum Dämmen: In der Regel rentiere sich eine Dämmung – also auch ohne hohen „Ohnehinkosten“-Anteil – spätestens innerhalb von fünfzehn bis zwanzig Jahren: „Wenn Sie mit Standardannahmen rechnen, kommen Sie immer auf eine Wirtschaftlichkeit.“
Und dann gibt es ja auch noch andere Argumente für eine energetische Optimierung. Da wäre zum Beispiel der höhere Wohnkomfort: Je mehr Fenster abgedichtet und je mehr kalte Wand- und Dachflächen durch Dämmmaßnahmen auf eine angenehme Oberflächentemperatur gebracht sind, desto wohler werden sich die Bewohner in ihren vier Wänden fühlen. Und dies nicht nur im Winter, weil die gut gedämmten Flächen auch im Sommer für einen sehr guten Wärmeschutz sorgen.

Ganz nebenbei haben sie mit der Reduzierung ihrer Heikostenrechnung auch noch etwas für den Klimaschutz getan. Und der ist nun mal eine der wichtigsten Herausforderungen der Menschheit zu Beginn des neuen Jahrtausends.

1 Zitiert nach Focus ONLINE, „Dämmen oder nicht?“ vom 14.04.2015

Dr. Joachim Mohr, Tübingen

Fotos: Ulrich Studios, Riedlingen; Fabian Wagner


Informationen zu den verwendeten Produkten:
Dachdämmung LINITHERM PAL Polymer





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